BiKO® vs Neue Autorität
BiKO®
Die BiKO® zielt darauf ab, die gesunde emotionale, soziale und kognitive Entwicklung von Kindern zu fördern. Dabei berücksichtigt sie die jüngsten Erkenntnisse aus der Bindungs-, Trauma- und Hirnforschung.
Die sichere Bindung gilt nachweislich als beste Voraussetzung für eine gesunde soziale, emotionale und kognitive Entwicklung und soll deshalb in der Erziehung, in der Pädagogik sowie bei der Begleitung von Kindern und Erwachsenen unbedingt eine wichtige Rolle einnehmen.
Kenntnisse über die Entstehung von Traumata und ihre Auswirkungen auf das Verhalten gehören genauso zur BiKO®, wie eine wertfreie Haltungen und eine gewaltfreie Sprache.
Das bedeutet, dass allen Menschen wertfrei begegnet wird, unabhängig von ihrem Alter, ihrer Herkunft oder ihren Fähigkeiten. Es wird grundsätzlich vom Wohlwollen des Menschen ausgegangen und das Verhalten eines jeden Menschen wird als Ergebnis seiner Geschichte verstanden.
Es geht bei der BiKO® nicht darum, Kindern, ähnlich wie bei der antiautoritären Erziehung, freien Lauf zu lassen. Es geht darum, den Kindern dort angemessene Unterstützung zu bieten, wo sie sie brauchen, und sie dort selbstwirksam sein zu lassen, wo es möglich ist.
Die Bedürfnisse der Kinder sowie der Erwachsenen sind gleichwertig und werden unter Berücksichtigung der Dringlichkeit einbezogen. Alle Menschen - Kinder wie Erwachsene - werden in ihren Gefühlen und Bedürfnissen ernst genommen.
Im Miteinander sollen sich alle willkommen, gesehen, gehört und ernstgenommen fühlen. Beziehung und das Gefühl von Zugehörigkeit und Sicherheit stehen an erster Stelle.
Regeln sollen Sinn machen und das angenehme Miteinander stützen. Diese Regeln der Gemeinschaft gelten für alle gleichermassen.
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BiKO® |
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Neue Autorität |
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Ausrichtung |
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BiKO® bindungsorientiert |
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Neue Autorität autoritär |
Entstehung |
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BiKO® 2024 |
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Neue Autorität 1980 |
Ziele |
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BiKO® Stärkung der Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern |
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Neue Autorität Stärkung der Autorität der Erwachsenen |
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BiKO® gesunde Entwicklung der Kinder |
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Neue Autorität |
Hierarchie |
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BiKO® Begegnung auf Augenhöhe; Kinder und Erwachsene sind gleichwürdig |
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Neue Autorität hierarchisch - Erwachsene haben das letzte Wort |
Zusammenarbeit |
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BiKO® Kinder werden ernst genommen und in ihren bedürfnissen berücksichtigt |
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Neue Autorität Die Erwachsenen bestimmen die Regeln, und bewirken deren Einhaltung durch die Kinder |
Moral |
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BiKO® Für die Erwachsenen gelten in Bezug auf den gegenseitigen Umgang die gleichen Regeln wie für die Kinder |
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Neue Autorität Doppelmoral - Für die Erwachsenen gelten im gegenseitigen Umgang andere Regeln als für die Kinder |
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BiKO® |
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Neue Autorität |
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BiKO® |
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Neue Autorität |
Neue Autorität
Die Neue Autorität zielt darauf ab die Autorität der Lehrperson bzw. der Eltern zu stärken. Sie versteht Präsenz als stillen Widerstand; ein "nicht Abrücken", bis das gewünschte Verhalten bewirkt wurde.
Bei der Beziehungsgestaltung wird eine klare Hierarchie vorgelebt. Die Bedürfnisse oder Ansichten der Kinder werden nicht berücksichtigt. Es gibt keinerlei Hinweise dafür, dass die neue Autorität dem Kind Raum gibt, um sich einzubringen.
Die neue Autorität hat zur Zeit ihrer Entstehung bestimmt Sinn gemacht und beeinhaltet für die damalige Zeit bestimmt auch gewisse fortschrittliche Ansätze.
Heute ist sie einfach nicht mehr zeitgemäss und berücksichtigt in keiner Weise, was die Forschung über Bindung und Trauma längst veröffentlicht hat.
Ich befürchte, dass die neue Autorität die Ohnmacht an den Schulen und bei den Eltern und ihren Kindern nur noch verstärkt. Denn wo Druck aufgebaut wird, entsteht Gegendruck. Das ist ein physikalisches Gesetz!